
Iserlohn (westfälisch Iserlauhn, aus dem Westgermanischen Isen-Lôh – Eisenwald) ist eine Große kreisangehörige Stadt im Märkischen Kreis (Regierungsbezirk Arnsberg) in Nordrhein-Westfalen und mit rund 96.000 Einwohnern die größte Stadt des Märkischen Kreises und des Sauerlandes. Sie gehört zur europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr und ist als Mittelzentrum klassifiziert.
Erste Siedlungsspuren im Stadtgebiet sind über 1.000 Jahre alt, die Gründung der Stadt liegt etwa 770 Jahre zurück. Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte Iserlohn dank der Metallindustrie einen wirtschaftlichen Aufschwung und war jahrzehntelang größte Stadt Westfalens. Heute ist die Wirtschaft neben der Metallweiterverarbeitung vor allem durch chemische und medizinische Produktion und Dienstleistungen geprägt.
Iserlohn hat Bekanntheit erlangt unter anderem durch den Eishockeyverein Iserlohn Roosters, die Dechenhöhle und das Bier der Privatbrauerei Iserlohn. Die Stadt ist Hochschulstandort und Gastgeber des von Studenten organisierten Campus Symposiums, einer internationalen Wirtschaftskonferenz. Wegen der großen Waldflächen im Stadtgebiet führt Iserlohn den Beinamen „Waldstadt“.
Iserlohn liegt in Südwestfalen in der südöstlichen Randzone des Ruhrgebietes zwischen Hagen und Hamm. Das Stadtgebiet ist Teil des Sauerlandes und weist große Waldflächen im Stadtwald, im Seilerwald und auf der Humpfert in Letmathe auf.
Das Stadtgebiet wird im Westen auf einer Länge von 7,2 km von der Lenne durchquert und von der Ruhr im Norden zum Kreis Unna hin begrenzt, die eine Länge von 7,5 km im Stadtgebiet aufweist. Wichtige Bäche sind der Grüner Bach, der in die Lenne fließt, und der Baarbach, der im Norden in die Ruhr mündet. Der Baarbach ist samt Quellbach 18 km lang und damit das längste Gewässer in Iserlohn. Das Gebiet zwischen Lenne und Ruhr gehört zum Niedersauerland, der andere Teil der Stadt zum mittelsauerländischen Oberland.
Das Stadtgebiet erstreckt sich über das Tal der Ruhr mit dem niedrigsten Punkt Iserlohns (ca. 106 m über NN) im Norden bis zu den Höhen des Naturparks Homert im Süden mit einer Distanz von 18,5 km. Die maximale Ausdehnung von Westen nach Osten beträgt nur 10,7 km. Der höchste Punkt ist mit ca. 494 m über NN der Rüssenberg in Kesbern. Das Stadtzentrum liegt in einer Höhe von 250 m über NN. Weitere nennenswerte Berge sind der Hilkenhohl in Lössel und der Fröndenberg, auf dem der Danzturm steht.
Die Gesamtfläche Iserlohns beträgt 12.551 Hektar (ha) [2]. Auf Gebäude und Freiflächen entfallen 2.088 ha, auf Verkehrsflächen 849 ha und auf Betriebsgelände 57 ha. 74,1 % der Fläche Iserlohns sind Grünflächen. Davon sind 211 ha Sport- und Grünanlagen sowie Campingplätze, 4.562 ha landwirtschaftliche Flächen und 4.526 ha Wald. Hinzu kommen noch 117 ha Gewässer und 141 ha Übungsgelände und sonstige Flächen. Eine grobe Einteilung des Stadtgebiets zeigt eine eher landwirtschaftliche Prägung des nördlichen Drittels, während das südliche Drittel von Wäldern beherrscht wird. Der mittlere Bereich ist ein breiter Siedlungsstreifen, der von einer Stadtgrenze zur anderen verläuft.
Geologisch ist der Iserlohner Raum Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Die Gesteine stammen vor allem aus den Epochen Mitteldevon bis Oberkarbon (vor etwa 390-260 Millionen Jahren). Das Relief entstand durch die Auffaltung des „Remscheid-Altenaer Sattels“, dessen Scheitellinie in Richtung Westsüdwest–Ostnordost durch den Süden Iserlohns verläuft. Dieser Bereich gehört zur Hochfläche des Märkischen Oberlandes, das nach Norden hin steil abfällt. Hier treten die etwa 390 Millionen Jahre alten aus dem Givetium/Mitteldevon stammenden „Unteren Honseler Schichten“ zu Tage. Zu erkennen sind diese am Honsel, am Emberg und am Fröndenberg. Im Bereich der Innenstadt liegen die kalk- und erzhaltigen „Oberen Honseler Schichten“, ebenfalls aus dem Mitteldevon. Die markanteste Felsformation ist der Bilstein, auf dem die mittelalterliche Stadt errichtet wurde.
Nördlich daran schließt sich ein Band mit mitteldevonischem Massenkalk an, das von Hagen bis Balve reicht. Aus dem Kalkgestein des Massenkalkes formte kohlensäurehaltiges Wasser einige weitläufige Höhlensysteme. Von den über 80 im Iserlohner Raum bekannten Höhlen ist die Dechenhöhle die bekannteste Tropfsteinhöhle. Weitere große Höhlen sind die 850 m lange „Emsthöhle“ [3] am Südhang der Emst, die etwa 750 m lange „Kreuzhöhle“ (benannt nach dem „Eisernen Kreuz“, das direkt über der Höhle liegt) und die nahe der Dechenhöhle gelegene, bis auf 800 m erforschte „Knitterhöhle“. Da der hintere Teil unter Wasser steht, ist die tatsächliche Länge noch unbekannt. Zu nennen ist auch die „Grürmannshöhle“ in Letmathe, die 30 m in die Felsformation „Pater und Nonne“ hineinragt. Zumeist weisen diese Höhlen Sintervorkommen auf.
Nördlich der Massenkalkvorkommen liegt ein Höhenzug aus Sandstein- und Kulm-Kieselschieferschichten (Humpfert, Seiler). Daran schließen sich die niedersauerländischen Heiden an, in denen Böden aus Tonstein dominieren. Der Bereich südlich der Ruhr ist geprägt von eiszeitlichen Lößanwehungen und anderen eiszeitlichen Spätfolgen, wie etwa einer Endmoräne, die während der bis zum Haarstrang reichenden Saale-Eiszeit über die Ruhr kam.
Nachbargemeinden
Die Nachbargemeinden Iserlohns von Westen im Uhrzeigersinn: kreisfreie Stadt Hagen, im Kreis Unna Schwerte, Holzwickede und Fröndenberg, im Märkischen Kreis Menden, Hemer, Altena und Nachrodt-Wiblingwerde.
Iserlohn ist in fünf Stadtbezirke gegliedert, die in etwa den Gemeindegrenzen vom 31. Dezember 1974 (vor der kommunalen Neugliederung) entsprechen. Zu Iserlohn-Mitte zählen die Innenstadt mit Randgebieten und die Stadtteile Wermingsen, Nußberg, Gerlingsen, Hombruch, Iserlohner Heide, Dröscheder Feld und Obergrüne. Im Nordosten liegt Sümmern mit den Ortsteilen Griesenbrauck und Rombrock. Im Norden befindet sich Hennen mit Rheinen, Drüpplingsen, Kalthof, Leckingsen, Refflingsen und Rheinermark. Im Westen die ehemalige Stadt Letmathe mit den zugehörigen Ortsteilen Dröschede, Oestrich, Stübbeken, Grürmannsheide, Genna, Lössel, Untergrüne, Pillingsen, Lasbeck und Roden. Ganz im Süden der Stadt liegt schließlich Kesbern mit den Dörfern Attern, Wixberg, Dahlsen und Hegenscheid.
In den Stadtteilen Hennen und Letmathe hat die Stadt Iserlohn Bürgerbüros eingerichtet.
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