Bauwerke 2

Profanbauten in der Innenstadt
„Von Scheiblersches Haus“

Das Stadtbild ist seit der in den 1970er Jahren durchgeführten Innenstadtsanierung an einigen Stellen empfindlich gestört. Von der im 13. Jahrhundert errichteten Stadtmauer sind nur noch einige Reste vorhanden, vor allem an der Süd- und Westseite. Es sind aber noch reizvolle Straßenzüge erhalten, so z. B. in der Gasse „Knallenbrink“ und am „Südengraben“.

Aus dem Jahr 1720 stammt das „Haus der Heimat“ am Fritz-Kühn-Platz, in dem das Stadtmuseum untergebracht ist. Hierbei handelt es sich um einen Massivbau mit Mansarddach und dreiachsigem Mittelrisalit, an der Frontseite ein hübsches Portal mit Freitreppe. Das Gebäude „An der Schlacht 2“ besitzt ein Barockportal von 1755, und gehörte ursprünglich zum Stadthaus I, das 1974 im Zuge der Sanierungsmaßnahmen abgebrochen wurde. Weitere gut erhaltene Gebäude aus dem 18. Jahrhundert sind das „Rampelmannsche Haus“, ein Putzbau mit Walmdach aus dem Jahr 1748, sowie das „Von Scheiblersche Haus“ (Theodor-Heuss-Ring 24), ein dreigeschossiger unverputzter Bruchsteinbau über hohem Sockelgeschoss, das 1783 als Wohnhaus von dem Iserlohner Tuchmacher und Textilfabrikanten Johannes Rupe (* 1730, † 1787) durch den Baumeister J. H. Rafleur erbaut wurde. An der Frontseite befindet sich ein dreiachsiger Mittelrisalit mit flachem Dreiecksgiebel.

In der Stadt existierten schon mehrere Rathäuser. Das Alte Rathaus am heutigen Alten Rathausplatz, welches das vierte Rathaus Iserlohns ist, wurde 1875/1876 errichtet. Gemäß alter Rechtschreibung ist es als Rathhaus beschriftet. Sein Vorgänger war das erste steinerne Iserlohner Rathaus und nahm etwa 1738 seinen Betrieb auf. Der Standort ist nicht genau bekannt, lag aber wahrscheinlich nahe dem Alten Rathaus. Auch über die ersten beiden Rathäuser gibt es kaum Informationen. Das Alte Rathaus beherbergt heute, nachdem Rat und Verwaltung 1974 in das neue Rathaus am Schillerplatz umgezogen sind, die Hauptstelle der Stadtbücherei Iserlohn.

Das Verlagshaus des Iserlohner Kreisanzeigers ist benannt nach dem Begründer der Zeitung – Wichelhovenhaus. Es handelt sich hierbei um einen viergeschossigen Backsteinbau, zur Mitte hin stufenartig gesteigert. Das Gebäude wurde 1927 in Formen der Neuen Sachlichkeit erbaut. Der Dekor ist deutlich vom Expressionismus beeinflusst. Im Inneren befinden sich bleiverglaste expressionistische Fenster. Ein ebenfalls expressionistischer Backsteinbau ist die „Villa Heutelbeck“, die 1924–1925 durch den aus Iserlohn stammenden Hamburger Architekten Carl Bensel errichtet wurde.

Das neue Rathaus (1974) am Schillerplatz ist bereits das fünfte der Iserlohner Geschichte. Mit neun oberirdischen Stockwerken zählt es zu den höchsten Gebäuden in der Innenstadt. Aufgrund des früheren Galmeibergbaus in dem Bereich hat sich ein Teil des Gebäudes bereits um ein paar Zentimeter abgesenkt.

Für die Baustile des 20. Jahrhunderts finden sich auch einige Beispiele in der Innenstadt. Am südwestlichen Rand nahe des Stadtbahnhofs liegt das Gebäude der ehemaligen Städtischen Badeanstalt. Es wurde 1908 in Jugendstilformen errichtet. Am 5. Mai desselben Jahres wurde hier die erste Badeanstalt für Iserlohn eröffnet. Es gab ein großes Schwimmbecken, und auch Brause-, Wannen- und medizinische Bäder wurden angeboten. An dieser Stelle wurde unter Einbeziehung der unter Denkmalschutz stehenden Teile des Jugendstilgebäudes eine Senioren-Wohnanlage erbaut, die 1987 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Erhalten blieben der Turm, das Jugendstiltreppenhaus und das ehemalige Hauptportal mit dem ursprünglichen Mosaik.

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